
Ein Blick auf Jahrzehnte voller Medienwandel und auf journalistische Arbeit in allen Facetten: Das bietet die Jubilarehrung der Kölner Journalistenvereinigung (KJV) alle zwei Jahre. Eine Rolle spielten diesmal auch die zunehmenden Verwerfungen in der Medienlandschaft – im Lokaljournalismus wie aktuell bei DuMont, aber auch bei öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern (siehe Rubrik Medienszene ab Seite xx). Vor diesem Hintergrund kam Werner Sonne zu dem Schluss: „Nie war es so wichtig, Mitglied im DJV zu sein.“ Zuvor hatte der ehemalige ARD-Korrespondent vom stellvertretenden Landesvorsitzenden Stefan Lenz Nadel und Urkunde für 60 Jahre im DJV entgegengenommen.
Werner Sonne war einer der 20 von rund 140 Jubiläums-Kolleginnen und -Kollegen aus den Jahren 2025 und 2026, die der Einladung des Vorstands gefolgt waren. Neben spannenden Lebensläufen und manchem Wiedersehen mit ehemaligen Kolleginnen und Kollegen gab es an diesem Samstag ein Mittagsbüffet und lebhafte Gespräche.
Nach und nach überreichte Stefan Lenz goldene Nadeln an drei 60er-, einen 50er- und fünf 40er-Jubilarinnen und -Jubilare sowie elfmal Silber für 25 Jahre. Wie immer ergaben sich zufällige Gemeinsamkeiten. Da waren die 25er, die von den Einschnitten im Printmarkt betroffen waren: Claudia Freytag und Reiner Thies (zu dem Zeitpunkt noch bei der RRG) und Anzeigenblattredakteurin Montserat Manke. Da waren einige mit aktuellem oder ehemaligem WDR-Bezug Jana Gerich und Jana Tosic (beide 25), Brigitte Simnacher (40) und Wilfried Kochner (50). Aus dem Deutschlandradio waren Thomas Blümel und Britta Wanger gekommen (beide 25). Auf 25 Jahre blicken auch Christine Elsässer, Claudia Schulte zu Surlage und Constantin Graf von Hoensbroech zurück, die im Bereich Pressearbeit tätig sind.

Einen wissenschaftlichen Hintergrund brachten Susanne Becker (25) und Gerlinde Witte (40) mit. Und Petra Tabeling (25) und Susanne Heim (60) haben sich genau wie Siegfried Schmidtke einen Teil ihres Berufslebens mit Themen rund um Psychologie, Psychiatrie und psychischen Belastungen befasst. Wie Schmidtke es formulierte: „Ich war damals für alles mit Psy zuständig.“

Spannende Einblicke boten auch diejenigen, die in der Vorstellung unter dem Label „Internationales“ zusammengefasst waren. Dazu gehörten der gebürtige Amerikaner Rick Fulker, Helle Jeppsen aus Dänemark (beide 40 Jahre) und Roumina Taslakowa (60 Jahre), die mit 17 vor dem kommunistischen Regime in Bulgarien nach Deutschland geflohen war. Während diese drei für die Deutsche Welle gearbeitet hatten, war Werner Sonnes Heimatsender der WDR, für den er unter anderem aus Washington und Warschau berichtet hatte.
Wie viele im Ruhestand arbeitet Sonne noch und war kurz vor der Ehrung beruflich in Israel. Von seinen Eindrücken aus diesem zerrissenen Land und den anstehenden Wahlen dort hatte er in einem spannenden Hintergrundgespräch am Vorabend der Jubilarehrung berichtet. Hier ein kurzer Bericht.||
