Verschwundenen Koffern auf der Spur: KJV am Flughafen Köln/Bonn

Die KJV-Gruppe im Bereich der Gepäckabfertigung am Flughafen Köln Bonn. Foto: Corinna Blümel

Ohrenbetäubend laut ist es an der Gepäckförder- und -sortieranlage, kurz GFSA, am Köln-Bonner Flughafen. Hier laufen hoch oben pro Stunde bis zu 6.000 Gepäckstücke in Wannen über die Förderbänder. Manchmal rutscht ein Koffer oder eine Tasche über eine Rutsche nach unten und wird dann auf einen Transportwagen gelegt. Einige Gepäckstücke haben am Flughafen mit dem Kürzel CGN ihr Ziel erreicht, andere starten von hier – neuerdings vielleicht sogar nach Miami oder Kuba. Mit elf Millionen Passagieren im Jahr 2016 liegt der Flughafen Köln Bonn auf Platz sechs in Deutschland. Geht es um die Fracht, die täglich ab dem späten Abend in großen Maschinen ankommt, liegt er sogar auf Platz drei in der Bundesrepublik.

Im Bus ging es über das Flugfeld. Foto: Corinna Blümel

Das erfuhren rund 20 KJV-Mitglieder bei einem Besichtigungstermin in der Reihe KJV vor Ort. Dazu mussten sie sich im Vorfeld mit vollständiger Adresse, Geburtsdatum und der Nummer des Personalausweises anmelden, denn Sicherheit geht hier auch dann vor, wenn man gar nicht abheben will. Vor Ort bekam außerdem jeder einen personalisierten Besucherausweis und musste eine orangefarbene Warnweste tragen. Nach der Sicherheitskontrolle konnte es dann losgehen: Mit dem Bus rollten die KJV-Mitglieder vorbei an Flugzeugen, die gerade beladen wurden und gleich starten würden auf das gläserne Terminal 2 zu. Dort ist auf der Ebene des Rollfeldes die GFSA.

Warum Koffer verschwinden

Hier wird das Gepäck übrigens nicht nur transportiert und sortiert, es wird auch überprüft: Sollte die molekulare Dichte in einem Gepäckstück dem von Plastiksprengstoff ähnlich sein, wird es genauer untersucht. Im schlimmsten Fall wird es mit Wasserdruck gesprengt. Auch Gepäck, das nicht mit seinem Eigentümer das Ziel erreicht, fällt hier auf. Trotz des automatisierten Ablaufs, der Codes auf den Koffern und der Scanner an der Anlage passiert das immer wieder – und die Gründe dafür sind vielfältig: Beispielsweise könnten an einem Gepäckstoff zu viele Codes sein, vielleicht, weil bei einem früheren Flug ein Klebeschildchen nicht entfernt wurde. Das verwirrt die Anlage. Wurde dagegen das so genannte Tag versehentlich beim Transport abgerissen, weiß die Anlage auch nicht, wem das Gepäckstück zugeordnet werden soll. Fehlt dann noch ein Adresshinweis an Koffer oder Tasche, wird es schwierig. In diesem Fall wird es etwas länger dauern, bis Gepäck und Eigentümer wieder zueinander kommen.

Von der Halle mit den Förderbändern geht die Rundfahrt weiter – vorbei an der mit 3.860 Metern längsten Start- und Landebahn in Nordrhein-Westfalen, vorbei an einem Flieger, der gerade vom Push-back-Wagen nach hinten gedrückt wird, weiter zur Lärmschutzhalle für Triebwerktests und zu den kleinen Privatjets. Dann geht es zurück zum Startpunkt. Sicher ist nach dieser Besichtigungsrunde: Die Teilnehmer werden künftig ganz genau darauf achten, dass das Gepäcktag richtig angebracht ist. Nicht, dass ihr Koffer beim nächsten Flug von CGN aus in der GFSA liegen bleibt.

Die Besichtigung kam übrigens auf Anregung eines Mitglieds zustande. Der Besucherdienst des Flughafens bietet regelmäßig verschiedene Führungen an (mehr unter https://www.koeln-bonn-airport.de/am-airport/besucherfuehrungen/gruppenfuehrungen.html)./

Bettina Blaß

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