CSD 2017: Für Vielfalt durch die Straßen gezogen

Die Kölner Journalisten-Vereinigung ist auf dem CSD 2017 mitgegangen.
Foto: Corinna Blümel

Hoher Feiertag in Köln: Christopher Street Day. Erstmals schlossen auch wir uns der Kundgebung durch die Innenstadt an. Denn „Nie wieder“, so das diesjährige Motto, weckte Assoziationen: Nie wieder 1933, nie wieder mediale Gleichschaltung, sondern Vielfalt, Vielfalt, Vielfalt!

Die Parade läuft. Mittendrin ein Sträfling. Andächtig führt er eine Fußgruppe an. Über ihm steht ein bunter Regenbogen aus Helium-Ballons, in dessen Mitte ein großes Herz mit der Aufschrift „Kölner Journalisten-Vereinigung“ schwebt.

Journalismus ist kein Verbrechen

Frank Überall, Deutscher Journalisten-Verband-Vorsitzender, weist im Sträflingskostüm auf die Situation von Deniz Yücel und anderen inhaftierten Journalist*innen in der Türkei hin. Auf seinem schwarz-weiß gestreiften Oberteil kleben mahnende Botschaften: „FreeDeniz“ und „Journalismus ist kein Verbrechen“.

Interview am Wegesrand: Frank Überall (l.) spricht mit Andy Goral von Report-k. Foto: Corinna Blümel

Die Menschen am Straßenrand staunen. Dicht gedrängt säumen sie in mehreren Reihen die Strecke. Sie erwarten Party mit Küsschen und ernten stattdessen Medienvielfalt: Zeitungen, Zeitschriften, Magazine, Bücher und Gutscheine für Medienprodukte. Mitten in der KJV-Fußgruppe geht auch DJV-Landesverband NRW Schatzmeister Pascal Hesse. Mal hilft er mit, Printmaterial unters Volk zu bringen, mal lenkt er das Lastenfahrrad. Die Stimmung in der bunten Stadt ist großartig, das Wetter auch. Die KJVler sind begeistert.

Die Vorbereitungen kosteten einige Feierabende. Der Einsatz hat sich gelohnt: Beifall, Zuspruch, Umarmung, Küsschen, Wasser und ganz viel Aufmerksamkeit auch im weltweiten Netz, dazu jede Menge Spaß bei unserer ersten Teilnahme an der bundesweit größten CSD-Parade. Wünschen wir den inhaftierten Kolleg*innen in der Türkei und der ganzen Welt, dass auch sie bald wieder Sonne, Regenbogen und fröhliche Menschen sehen können./Angelika Staub

P.S.: Die gut 50 Kilogramm Papier haben wir übrigens in Bollerwagen und im Lastenfahrrad Elsa transportiert.

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