Stadt- und Wirtschaftsgeschichte im Gerling Quartier

Am Anfang der Führung erläuterte Dagmar Lutz von Antoniter Citytours die Baugeschichte. Foto: Corinna Blümel

Seit 2010 wird im denkmalgeschützten Gerling-Viertel saniert, umgenutzt und gebaut. Entstanden sind  Bürogebäude, hochpreisige Wohnungen und zwei Hotels, von denen eines frisch in diesem Sommer eröffnet hat. Interessantes zu diesem Stadtentwicklungsprojekt und den verschiedenen Bauabschnitten erfuhren rund 20 Mitglieder der Kölner Journalisten-Vereinigung (KJV) bei einem geführten Rundgang im August.

Ausgehend von der romanischen Kirche Sankt Gereon ging es an alten und neuen Gebäuden mit sandsteinverkleideten Fassaden vorbei zur merkwürdig leeren Piazza, dem ehmemaligen Ehrenhof, dem auch der Brunnen in der Mitte kein wirkliches Leben verleiht. Und das bei bestem Sommerwetter.

Führung durchs Gerling Quartier bei bestem Sommerwetter. Foto: Corinna Blümel

Das Gerling Quartier, wie es heute vornehm genannt wird,  ist Teil des Friesenviertels. Das Areal bildet eine ganz eigene Welt, in der sich Stadt-, Wirtschafts- und Architekturgeschichte spiegeln. In den 1920er Jahren hatte sich Robert Gerling hier mit seinem Versicherungsunternehmen niedergelassen. Schon in Dreißigern hatte sich das Unternehmen räumlich ausgedehnt. In den Fünfzigern entstandd das auch das Gerling-Hochhaus, sowei mehrere weitere Bürogebäude. Dass der Bildhauer Arno Breker an der Gestaltung mitwirkt,  mischt dem 50er-Jahre-Charme eine ordentliche Portion Nazianmutung bei.

Bis in die 1980er-Jahre breitete sich der Versicherungskonzern weiter im Friesenviertel aus. Am Schluss haben hier mehr als 5.000 Menschen gearbeitet, ehe die Gerling-Versicherungsgruppe 2006 vom Talanx-Konzern geschluckt wurde. Teile des Geschäfts wnaderten nach Hannover, der Bereich Lebensversicherungen zog 2009 in die Rheinhallen in Köln-Deutz, ehemals Teil des Messegeländes.

Hell, groß und mit Brunnen: Trotzdem entwickelt der ehemalige Ehrenhof als Piazza keinen Charme. Foto: Corinna Blümel

Bei der Sanierung und Umwidmung des Viertels wurde es auch verdichtet, um mehr Wohnraum zu schaffen. Einladend wirkt das Viertel aber nicht, seblst dort, wo die Bauabschnitte schon abgeschlossen sind. Da waren sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Tour wohl einig.

Nach rund eineinahlb Stunden ging es weiter Richtung Mediapark und zum Sommerstammtisch ins Maybach. Dort warteten bereits weitere Kolleginnen und Kollegen, denen der Stammtisch zum Netzwerken reichte. Bei angenehmen Temperaturen zogen sich die Gespräche bis in den Abend.||